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Die Kunst des Schenkens
Gepostet am 16.10.2017

Die Kunst des Schenkens

Es geht langsam wieder auf die Weihnachtszeit zu. Die Köpfe fangen an zu qualmen: Was schenke ich wem? Doch warum schenken wir überhaupt? Und braucht Schenken immer einen Anlass? „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.“, so heißt es in einem Sprichwort. Doch wann ist ein Geschenk klein und wann groß? Zählt nun wirklich nur die Geste oder wird doch mehr erwartet? Wo fängt man da an und wo hört man auf? Ein spannendes Thema, dem wir uns nähern wollen.


Warum schenken wir eigentlich?

Forscher haben herausgefunden, dass freundlich sein gegenüber anderen angeboren ist. Der Ursprung dafür wird im früheren Gruppenleben gesehen – das Überleben funktionierte nur gemeinsam. Dass die Menschen freundlich und aufmerksam zueinander waren, stärkte den Zusammenhalt der Gruppe. Auch heute hat das Schenken noch diesen Hintergrund. Kleine Aufmerksamkeiten fördern die Beziehungen innerhalb der Familie und unter Freunden, drücken Sympathie aus und zeigen Interesse. Die Verbindung untereinander wird durch diese Art von Zuneigung gestärkt. Das Sprichwort „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ hat das Ziel, dass sich alle miteinander wohlfühlen.

Doch fühlt man sich wirklich immer wohl, wenn man beschenkt wird? Ist da nicht im Hinterkopf eine Art moralische Verpflichtung „Gibst du mir was, gebe ich dir was!“. Schenken sollte selbstlos sein, ohne vom Beschenkten etwas zu erwarten. Es soll einfach Spaß machen, wir wollen dem anderen zeigen, dass wir an ihn gedacht haben. Wir wollen uns verbunden fühlen, die soziale Beziehung festigen. Und ein positiven Nebeneffekt gibt es für den Schenkenden auch noch: Er fühlt sich glücklicher als diejenigen, die ihr Geld nur für sich ausgeben.

ÜBRIGENS: Wissenschaftlich formuliert, klingt das Schenken so: Schenken ist soziales Handeln par excellence, denn es ist auf andere gerichtet, kommt aber zumeist beiden zugute, Beschenktem wie Schenkendem: Der Empfänger freut sich über die mit dem Geschenk ausgedrückte persönliche Wertschätzung. Der Geber hofft, dass er dem anderen eine Freude bereitet und mit seinem Geschenk Ehre einlegt. Ist das Schenken geglückt, haben beide Anerkennung erfahren. Allerdings schenkt man nicht jedem, sondern Personen aus dem Nahbereich: Verwandten, Freunden, Kollegen, Nachbarn, Bekannten. Eine Funktion ist eben deutlich geworden: Wer schenkt, will binden.

 

Schenken nur im privaten Bereich oder auch am Arbeitsplatz?

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, dies gilt natürlich auch für eine Beziehung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen. Und auch hier liegt die Betonung auf klein. Eine Chef/Eine Chefin kann durch kleine Gesten eine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern bekunden. So können Geschenke zu Geburtstagen, Jubiläen oder besondere Leistungen Mitarbeiter/innen besonders motivieren und die Unternehmensbindung und Unternehmenszugehörigkeit stärken. Auch Genesungswünsche für erkrankte Mitarbeiter/innen erwecken ein hohes Zugehörigkeitsgefühl.

Man kann auch jemanden Vertrauen, ein paar freundliche Worte oder ähnliches schenken. Diese zwischenmenschlichen Geschenke werden oft vergessen. Im Arbeitsalltag sind solch kleine Geschenke aber durchaus erwünscht.

INTERESSANT: Eine repräsentative Studie der Aktion Mensch mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos hat ergeben, dass Geschenke am Arbeitsplatz für einen Großteil der Erwerbstätigen nicht nur Grund zur Freude (79 Prozent) sind, sondern für die deutschen Arbeitnehmer auch die Motivation (66 Prozent) und die Attraktivität (60 Prozent) eines Arbeitgebers steigern. Dieses Potenzial scheint bei vielen deutschen Unternehmen allerdings noch nicht angekommen zu sein. Zwar haben sechs von zehn (60 Prozent) Beschäftigten in Deutschland schon einmal ein Geschenk von Ihrem Arbeitgeber erhalten – regelmäßige Aufmerksamkeiten zu Anlässen wie einem Jubiläum, Geburtstag oder für besondere Leistungen erhält dagegen nur knapp jeder Zehnte (9 Prozent).

AUS UNSERER PRAXIS: Die steigende Unternehmensanzahl, die „Obst am Arbeitsplatz“ nutzen, steigt ständig an. Ein Indiz dafür, dass diese Art von „Incentives am Arbeitsplatz“ von Mitarbeitern gut angenommen wird. Das an uns herangetragene positive Feedback zeigt dies auch immer wieder. Lesen Sie mehr zum diesem Thema im Blogbeitrag: FARBE BEKENNEN UND GUTES TUN

 

Ist Schenken ein deutsches Phänomen?

Nein. Schenken ist kein deutsches Phänomen. Es gibt aber zwischen den Kulturen Unterschiede beim Schenken. Bei vielen indianischen Kulturen war es beispielsweise an Feiertagen üblich, mit den Geschenken soziale Unterschiede auszugleichen. In Asien beispielsweise sind Gastgeschenke nicht nur willkommen, sondern auch Pflicht.

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft!“ ist also nicht nur in Deutschland ein bekanntes Sprichwort, sondern gehört auch in anderen Ländern zum guten Ton und folgt einer langen Tradition.

Die Kunst des Schenkens hat Joachim RINGELNATZ in einem Gedicht treffend in Verse gebracht:

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen
Wenn die Bedachten
die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.Geschenk

Schenke herzlich und frei.Die Kunst des Schenkens
Schenke dabei,
was in dir wohnt an Meinung,
Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist, ohne List.Sei eingedenk,
dass dein Geschenk
du selber bist.

 

(Quellen: http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/weiterbildung_bildungsmanagement/Ehemalige/frost/onlinetexte/schenken_heute.pdf, https://www.welt.de/wissenschaft/article5609664/Was-ein-Geschenk-so-alles-bedeuten-kann.html, http://www.weitewelt.eu/ww-report/2015/kleine-geschenke-erhalten-die-freundschaft, https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/2017-04/kleine-geschenke-grosser-wirkung)